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Freundeskreis

Bericht zur Bergwanderung mit Netzwerkpartner Gustav Harder

Treffpunkt zur Outdoor-Veranstaltung des Freundeskreises war der Parkplatz der Bergbahn Golm in Latschau. Bei wechselhaftem Wetter fuhren wir mit der Golmer Bergbahn zur Bergstation auf ca. 1900 m Höhe. Dort versammelten wir uns zu einer ersten Gesprächsrunde mit den Themen:
Wie kam ich zum Freundeskreis?
Warum bin ich hier bei dieser Veranstaltung mit dabei?

Danach schickte uns Gustav Harder auf den Weg zur Lindauer Hütte mit der Aufgabe, während des Gehens den Weg zu beobachten. Wir sollten unsere Aufmerksamkeit auf die Beschaffenheit und Auffälligkeiten dieses Teilstücks des Weges lenken. Nach einiger Zeit schweigenden Wanderns trafen wir uns zu einer kurzen Reflexionsrunde, um unsere Eindrücke auszutauschen.

In der zweiten Aufgabe, ging es darum, die gesammelten Eindrücke auf unseren persönlichen Weg zu übertragen. Gustav Harder gab uns dabei folgende Fragen mit:

Wie ist mein momentaner Weg?
Wie sieht dieser aus?
Wie empfinde ich ihn?

Unsere persönlichen Eindrücke aus dieser Aufgabe tauschten wir dann mit in einem Zweier-Gespräch im Gehen aus. Nach einem weiteren Zweier-Gespräch zur Reflexion der zweiten Aufgabe erreichten wir dann auch schon unser Tagesziel die Lindauer Hütte. Wir stellten dort aber zunächst nur kurz unsere Rücksäcke unter und gingen von dort Richtung Rachen, um den „Hirschwald“ herum, wo wir auch tatsächlich Hirsche sahen und sogar hörten. Mit dem Denkansatz „Wenn ich unterwegs bin, lasse ich mit jedem Schritt etwas hinter mir“ gingen wir einen schmalen Wanderweg entlang. Dabei ging es dann konkret auch um die Fragen:

Wo komme ich her, was lasse ich hinter mir?
Und: Wie hinterlasse ich etwas?

Nach einer kurzen Pause ging es weiter an den Wänden der kleinen Sulzfluh entlang über Wiesen und durch Latschen. In diesem Teil des Weges war die Aufgabe, sich von einem anderen Teilnehmer blind führen zu lassen bzw. dann einen blinden Teilnehmer durch das z. T. unwegsame Gelände zu führen. Dies leitete uns zur gedanklichen Aufgabenstellung über:

Wer begleitet mich in meinem Leben?
Wie gehen wir miteinander um?


Diese Fragen bearbeiteten wir auf dann auf unserem Rückweg zur Lindauer Hütte. Nach ca. 4 Stunden Wanderung mit interessanten Aufgaben einer eindrucksvollen Landschaft trafen wir uns dann wieder zum Abendessen in gemütlicher Runde.

Am zweiten Tag führte uns Gustav Harder dann auf die 2334 Meter hohe Geißspitz. Aufgabenstellung für das erste Teilstück des Aufstieges war eine kleine Gedankenreise durch den vorangegangenen Tag vorzunehmen.  
 
Eine weitere Aufgabe an diesem zweiten Tag bestand darin, den Weg ganz bewusst zu gehen, dabei unsere Füße ganz sanft und schonend aufzusetzen. Die gedankliche Arbeit bestand bei dieser Übung unter folgenden Gesichtspunkten:

- Wie gehe ich durch die Welt?
- Worauf trample ich herum?
- Wo gehe ich sanft?
- Welche Spuren hinterlasse ich?


Nach ungefähr einer Stunde machten wir eine Rast; dabei wurde in der Runde erörtert, wie jeder einzelne es mit Pausen und Erholungsphasen hält. Weitere Fragen waren:

Wie regeneriere ich ?
Was tue ich dazu ? 

Die letzten 350 Höhenmeter zum Gipfel standen unter dem Motto:
„Das eigene Tempo und den eigenen Rhythmus finden“.  
Ziel war es mit unserem Tempo ohne Pause bis zum Gipfel zu gehen. 

Während wir das Panorama um uns herum von der Geißspitz aus bewunderten, ging es im nächsten Schritt dann darum, einen Blick auf unsere Ziele zu werfen. Konkret bekamen wir folgende Fragen zur Hilfestellung: 
 
Welche Ziele sehe ich?
Wo möchte ich hin, was reizt mich, was zieht mich an?

 
Bevor wir uns dann wieder auf den Weg machten, bekamen wir von Gustav Harder noch ein paar Erläuterungen zum ein oder anderen Gipfel und über weitere Touren, die man von der Lindauer Hütte aus gehen kann.

Der weitere Weg führte über einen schmalen, teils ausgesetzten Grat über mehrere kleinere Gipfel mit Ab- und Aufstiegen. Aufgabe für dieses Teilstück: Wie ist der Weg zu meinen Zielen…

Kurz vor der Bergstation Golm fanden wir uns noch in der Runde zu einem Abschlussgespräch zusammen. Dabei tauschten wir uns über die folgenden Fragen aus:

Wie waren die 2 Tage?
Was nehme ich mit?

Vor der Abfahrt mit der Bergbahn und vor der Heimfahrt sind wir dann noch abschließend im Restaurant der Bergstation Golm eingekehrt.

Wir erlebten in einer kleinen Gruppe zwei eindrucksvolle Tage. Durch die behutsamen Anleitungen und Anregungen von Gustav Harder haben wir Möglichkeiten kennengelernt, Wanderungen oder Bergtouren mal ganz anders zu erleben.

Martin Beiser