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Freundeskreis

Der entscheidende Blickwinkel - Fotografieren lernen, heißt Sehen lernen

Am Freitagabend fand sich eine kleine Gruppe des MCSL-Freundeskreises zusammen, um sich in die Regeln der "Kunst des Fotografierens“ einführen zu lassen. Nach einer kurzen Erwartungsrunde ging es dann auch gleich ins Theorie-Basislager.

Herr Forster vermittelte uns Begriffe, die wir alle schon einmal gehört hatten und auch wussten, dass diese alle mit Fotografieren zu tun haben. Durch die Erklärungen von Herr Forster erschlossen sich die Begriffe wie Brennweite, Blendenöffung, Belichtung, Belichtungszeit u.a.m. immer etwas weiter für uns. Wir hörten etwas über den „goldenen Schnitt“, über Aufheller und über die Farbe „rot“.

Hierbei verknüpfte er unseren Blick zu den mitgebrachten Kameras und Objektiven. Namen wie Nikkon, Leica, Sony, Minolta oder Canon sagten uns allen etwas. Alle Fotobegeisterten waren im digitalen Zeitalter angekommen. Ausrüstung ist nicht alles, wie wir hörten, entscheidend ist die Idee, der Blick für das Wesentliche, um dann ein Foto zu bekommen, das das wiedergibt, was wir ausdrücken wollen. Fotografie als Ausdrucksmittel für uns. Augenblicke festhalten, Informationen dokumentieren, Farben einfangen, Erinnerungen schaffen, Momente bewahren, Details entdecken - all das ist Fotografie.

Die Geschichte der Fotografie und die Zusammenhänge der Theorie ließen uns die Zeit bis zum Abendessen äußerst kurzweilig werden, so dass wir um etliches zu spät ins Schlossrestaurant kamen, um uns wieder einmal aufs Neue mit einem ausgezeichneten 4-Gänge-Menü verwöhnen zu lassen. In der Bierstube klang der Abend bei interessanten Gesprächen gemütlich aus.

Am nächsten Morgen nach einem gemütlichen Frühstück ging es dann in die Praxis. Jeder von uns bekam ein Thema mit dem er sich fotografisch auseinandersetzen durfte. Themen wie „Bäume“, das „ehrwürdige Schwimmbad“, „Blumen“, „Treppen“, „Zwerge – (gemeint sind die Putten im Park)“, „Türen und Fenster“, „weiße Bänke im Park“ oder „Menschen beim Fotografieren“, galt es fantasievoll umzusetzen. Mit Digitalkameras, Spiegelreflexkameras und Objektiven ausgerüstet machten wir uns auf den Weg. Das machte richtig Spaß, die Zeit verging wie im Fluge.

Nach der Kaffeepause kam eine große Aufgabe auf uns zu: Porträtfotografie. „Da tue ich mich jetzt schon schwer" - das war nicht nur die Meinung eines Einzelnen aus der Gruppe. Gestärkt machten wir uns an die Aufgabe. Herr Forster hatte uns im Vorfeld schon erklärt, dass ein Foto nicht nur das Vorhandene ablichtet. Das haben wir in dieser Stunde sehr gut sehen und lernen können. Der Schlosspark hat uns einen wunderschönen Rahmen für diese Aufnahmen geboten. Hier konnten wir uns an dem Vormittag auch gut ein Bild von der Wirkung des natürlichen Lichtes machen, da wir ständig andere Lichtverhältnisse hatten. Also auch hier eine optimale Voraussetzung, um uns die Auswirkungen der Lichtstärke fürs Fotografieren nahe zu bringen. Mit der Fotografin des Hochzeitpaares, welches im Schlosspark seine Hochzeitsfotos gestalten ließ, konnten wir noch nicht ganz mithalten, aber wir haben uns auf den Weg gemacht...

Als Abschluss der „Freiluftaktivität“ beschäftigten wir uns noch mit dem Thema „Bewegte Objekte“. Hier lernten wir, dass dies einen Fotografen doch vor einige Herausforderungen stellt. Es galt hier verschiedene Techniken auszuprobieren, wie z. B. das Mitziehen der Kamera oder abzuwarten, bis die Sekunde des Auftauchens des „Objektes“ (Marlies, Helmut und Peter holten hier das ausgefallene Joggen vom Morgen nach) genau erreicht ist. Eine spannende Sache, wie wir alle feststellten.

Nach einem wohltuenden und entspannenden Mittagessen war dann Manöverkritik angesagt. Es galt eine Menge an Schnappschüssen zu sichten. Herr Forster hatte uns ja auch immer wieder Merksätze wie z. B. „jedes Foto benötigt einen ruhenden Punkt“, „einen Blick für die Szene haben“, „einen Blick für die Struktur haben“ oder „ran ans Motiv“ vermittelt. Was diese uns sagen sollten, stellten wir bei der Betrachtung unserer Bilder fest. Die Fotobesprechung war sehr lehrreich. Randbemerkungen wie „das wäre richtig lustig, wenn es scharf wäre“, „….ein eigenwilliger Porträtbeginn…“, „Umfeld beachten, Schärfe festhalten, falscher Weißabgleich“ oder „…..hier ist ja das Gesicht eingefroren…“ machten uns nun deutlich, worauf es ankommt um ein Foto zu machen. Hier erfuhren wir also, was es heißt, die Kunst entsteht im Auge des Betrachters - ein Schelm der hier anderes denkt.

Das Fazit: Fotografieren lernt man nur durch Fotografieren. Und mit Freunden macht es noch mehr Freude. Mit geschärftem Blick für das richtige Foto und bestem Dank an Herrn Forster für die angenehme und lehrreiche Zeit

Monika Plank