EIn Streifzug durch die Geschichte von Schloss Lautrach

Einst fürstäbtliche Residenz, dann Erziehungs-Institut für höhere Töchter und ab 1922 Treffpunkt für Nobelpreisträger, Wissenschaftler und Künstler, ist Schloss Lautrach seit jeher ein besonderer Ort. Ein Ort der Begegnung und des Austausches. Ein Ort der Inspiration und der geistigen Auseinandersetzung.

Heute ist Schloss Lautrach ein modernes, werteorientiertes Seminarzentrum und ein mehrfach ausgezeichnetes Vier-Sterne-Hotel, das diese Tradition wach hält. Ein Ort, an dem hervorragende Köpfe aus Forschung, wirtschaftlicher Praxis, aus Bildung und Kirche sich aktuellen Fragen des Mensch-Seins im wirtschaftlichen Kontext widmen.

Kommen Sie mit auf einen Streifzug durch die interessante Geschichte unseres Hauses und begegnen Sie bemerkenswerten Persönlichkeiten, die Spuren auf Schloss Lautrach hinterlassen haben 

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Bildung | Begegnung | Kultur


»Paradiesisch! O Verdruss, dass ich schon von hinnen muss«, schrieb Albert Einstein 1923 in das Gästebuch von Schloss Lautrach.…

Propstei und Jagdschloss

Im Jahr 1781 lässt der Fürstabt Freiherr Honorius Roth von Schreckenstein Schloss Lautrach innerhalb von drei Jahren erbauen. Als Propstei und Jagdschloss besteht es aus drei Geschossen mit einem Mansarddach und einem giebelgekrönten Mittelrisalit und ist im Stil der Zeit mit Rokokostukkaturen versehen. 1803 fällt Schloss Lautrach als Folge der Säkularisation an Bayern. Das Schlossgut wird um 1805 an den französischen Emigranten Graf Firmas-Perier verkauft.

Inspiration und Begegnung

1921 erwirbt Hermann Anschütz-Kaempfe, promovierter Kunsthistoriker und Erfinder des Kreiselkompasses, für 600.000 Mark das Schloss. Er lässt es aufwändig renovieren, überträgt es als Schenkung auf die Ludwig-Maximilians-Universität München und macht es 1922 zu einer Begegnungsstätte für Wissenschaftler, Künstler und Nobelpreisträger. Neben Albert Einstein zählen u.a. die Wissenschaftler Karl von Frisch, Arnold Sommerfeld, Heinrich Wieland, Wilhelm Wien, die Maler Raoul Frank und Olaf Gulbransson, der Dirigent Hans Knappertsbusch zu den namhaften Gästen. Verschiedene Details des Schlosses wie z. B. das schmiedeeiserne Einfahrtstor, das 1889 auf der Weltausstellung in Paris gezeigt wurde, spiegeln noch heute die Persönlichkeit Anschütz-Kaempfes, seine künstlerischen Vorlieben und wissenschaftlichen Interessen wider.

Erziehungsinstitut Joseph Deybach

1838 wird Schloss Lautrach für 17.500 Gulden an den katholischen Priester und Pädagogen Joseph Deybach verkauft, der gemeinsam mit seiner Schwester eine vorbildliche und sehr erfolgreiche »Weibliche Erziehungsanstalt höherer Bildung« eröffnet, die Schülerinnen aus dem In- und Ausland beherbergt. Der Lehrplan umfasst Englisch, Französisch und Italienisch, des »reinen Accents wegen durch eingeborene und vorzügliche Lehrerinnen besorgt«, Deutsch, Geschichte, Literatur, Erdkunde, Rechnen, Religion und Botanik.

»Prospectus« der Erziehungsanstalt für höhere Töchter mit Internatsordnung und Ausstattungsvorschriften

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Das Luftschiff LZ 127 Graf Zeppelin macht nach seiner Weltreise einen Begrüßungsflug über Schloss Lautrach und verbeugt sich dreimal mit dem Bug aus Dankbarkeit zu Hermann Anschütz-Kaempfe. Ohne seinen Kreiselkompass wäre die Navigation auf der Weltreise nicht möglich gewesen. Die Aufnahme entstand am 01.10.1929, nachmittags um 16.45 Uhr.

Der Zweikreisel-Kugelkompass von Anschütz-Kaempfe

»Die Schaukelspiele« auf der Dufour-Bildtapete im Theatersaal

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Fortführung der Tradition


Als 1989 das Management Centrum Schloss Lautrach gegründet wird, waren die wertvollen Tapetenfelder im Theatersaal nur in Resten erhalten. Aktuell sind fünf Tapetenfelder restauriert. Im Metropolitan Museum in New York und im Schloss Fasanerie bei Fulda sind ebenfalls die Dufour-Tapeten zu sehen. Das Ambiente von Schloss Lautrach mit seinem historischen Theatersaal, der Anschütz-Kaempfe-Bibliothek und der Parkanlage bietet heute vielen Veranstaltungen einen einzigartigen Rahmen. Die langjährige Tradition von Bildung, Begegnung und Kultur wird fortgeführt und von den Gästen als »besonderer Geist« von Schloss Lautrach erfahren und geschätzt.

1825 erhält Schloss Lautrach unter seinem Besitzer Graf Firmas-Perier einen zweigeschossigen Theatersaal, der mit handgedruckten Papiertapeten der Pariser Manufaktur Dufour ausgestattet wird. Im Deckengemälde ist die »Toilette der Venus« dargestellt, die Panoramatapete zeigt verschiedene Szenen aus den »Reisen des Anthenor«.